Kurzkritik zu 99 Homes – Filmfest München 2015

“Only one in 100 are gonna get on that ark, son. Every other poor soul is going to drown.”

 

99 HOMES behandelt die Auswirkungen der amerikanischen Immobilienkrise von 2010/2011. Nachdem er versäumt hat, seine fälligen Raten bei der Bank zu bezahlen, wird der Bauarbeiter Dennis Nash (Andrew Garfield) zusammen mit seiner Mutter (Laura Dern) und seinem Sohn von heute auf morgen auf die Straße gesetzt. Der skrupellose Immobilienmakler Rick Carver (Michael Shannon) steht auf der anderen Seite. Er nutzt die Not dieser Menschen und versteht es aus den Hausräumungen maximalen Profit zu schlagen. Als Rick dem verzweifelten Dennis ein dubioses Jobangebot macht, kann dieser trotz Gewissensbisse nicht ablehnen.

“99 Homes” ist ein eindrucksvoller Film, was in erster Linie an seinen Hauptdarstellern Michael Shannon und Andrew Garfield liegt. Der Film lebt von zahlreichen emotionalen Konfrontationen und es ist dem intensiven Spiel der Schauspielern zu verdanken, dass der Zuschauer mit den Charakteren mitfiebert. Letzendlich ist es aber vor allem Michael Shannon der den Film trägt. Dieser spielt die Rolle des gewissenlosen Immobilienmakler derart energetisch und fies, dass es, trotz des tragischen Themas, eine Freude ist ihm zuzuschauen.

“99 Homes” spricht viele Wahrheiten aus und zeigt wie marode der American Way of Life mittlerweile geworden ist. Im Grunde ist der Film dann auch eine wütende Anklage des amerikanischen Wirtschaftssystems, welches von maßloser Gier und menschenverachtender Apatie geprägt ist.

Das der Film nicht perfekt ist, liegt an einigen Ungereimtheiten und am eher unbefriedigenden Ende. Hier hätte ich mir mehr Konsequenz gewünscht. Alles in allem ist “99 Homes” aber ein sehenswertes Drama mit herausragenden Darstellern, welches einen offiziellen deutschen Kinostart verdient hätte.


Bewertung: 4 von 5 Sternen4


für Film-Geek.de