Filmkritik zu THE MYTH OF THE AMERICAN SLEEPOVER

Filmkritik zu THE MYTH OF THE AMERICAN SLEEPOVER © IFC Films

Zum ersten Mal bin ich auf David Robert Mitchell beim diesjährigen Münchner Filmfest aufmerksam geworden. Ich hatte das Glück dort seinen hervorragenden neuen Coming-of-Age/Horrorfilm IT FOLLOWS zu sehen. Dies war nun auch der Grund mir seinen Debütfilm THE MYTH OF THE AMERICAN SLEEPOVER anzusehen.

Die amerikanische Tradition von Jugendlichen, Übernachtungsparties (engl. sleepover) am Ende der Sommerferien zu feiern, ist bei uns kaum bekannt. Genau diese “Sleepover” sind das zentrale Thema von THE MYTH OF THE AMERICAN SLEEPOVER, welcher das letzte Wochenende der Sommerferien aus der Sicht von Jugendlichen in einem Vorort von Detroit erzählt.

Der Film legt den Fokus auf die Erlebnisse mehrerer Teenager, jeweils auf der Suche nach einem letzten (amorösen) Abenteuer und dem Versuch etwas bleibendes, lebensveränderendes zu erleben bevor mit Schulbeginn von der Freiheit erstmal Abschied genommen werden muß. Wie bei den meisten Coming-of-Age Filme geht es auch in diesem Film, um die Schwierigkeiten und das Gefühlchaos erwachsen zu werden. Die Schwelle zwischen Jugend und Erwachsenwerden ist die wohl mysteriöste und intensivste Zeit im Leben. Selbstfindung, Naivität, Verlangen und ein undefinierbarer Weltschmerz treibt die Jugendlichen durch die Nacht dieses Sommerabends. THE MYTH OF THE AMERICAN SLEEPOVER ist so schön, weil er diese Lebensphase dem Zuschauer wieder in Erinnerung ruft und wir nur zu gerne an diese zurückdenken. Mitchell hat ein herausragendes Gespür für Stimmungen und Atmosphäre. Seine Filme machen es dem Zuschauer leicht in die Welt der Protagonisten einzutauchen und deren Erlebnisse und Gefühle auf die eigene Jugend abzubilden. Die Entscheidung nur Laien für diesen Film zu casten verleiht dem Film zusätzliche Authentizität.

Am Ende der Nacht antwortet Claudia auf die Frage ihres Freundes, ob sie hereinkommen wolle, mit dem Satz “I feel like running”. Diese Aussage trifft den Kern dieses Films und das Gefühls das viele von uns zum Ende ihrer Jugend hatten. Wunderschön. Ein Film, welcher mir in Erinnerung bleiben wird.

Bewertung: 4 von 5 Sternen4


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