Filmkritik zu ‘The Dark Knight Rises’

Seit dem letzten Film der Reihe ‘The Dark Knight’, warten nicht nur die eingefleischten Fans von DC Comics auf den Nachfolger ‘The Dark Knight Rises’. Das Warten hat nun ein Ende, aber unsere Erwartungen und Hoffungen an den Abschluss dieser dreiteiligen Batman Saga sind immens, auch weil Christopher Nolan (Regisseur) mittlerweile quasi zum Messias des amerikanischen Blockbuster-Kino aufgestiegen ist.

Einige Jahre sind in Gotham City seit ‘The Dark Knight’ vergangen. Das radikale Antiverbrechensgesetz von Harry Dent zeigt Wirkung. Die Verbrechensrate in Gotham City ist gegen null gegangen. Unterschwellig rumort es jedoch in Gotham City. Die Ungerechtigkeiten des Kapitalismus und die Auswirkungen der Finanzkrise sind allgegenwärtig.

Die eigentliche Geschichte von ‘The Dark Knight Rises’ beginnt langsam. Christopher Nolan lässt sich Zeit. Es dauert geschlagene 45 Minuten bis Bruce Wayne das erste Mal auf der Leinwand auftaucht. Man sieht einen gebrochenen Mann, einen von der Gesellschaft Ausgestoßenen. Seit Batman des Mordes an Harry Dent beschuldigt wurde, lebt Bruce Wayne zusammen mit seinem Butler Alfred (Michael Caine) ein Einsiedlerleben. Die Tage in denen Gotham City auf die Hilfe von Batman angewiesen war, sind scheinbar vorbei. Der Friede ist jedoch nur von kurzer Dauer, als Bane (Tom Hardy) auftaucht und die Stadt alsbald in Geiselhaft nimmt. Das Ende des Friedens kündigt Selina Kyle alias Catwoman (hervorragend verkörpert von Anne Hathaway) Bruce Wayne mit den Worten an: “There’s a storm coming, Mr. Wayne”. Was dann folgt ist ein Anarchie-Sturm erster Güte. Die Stadt zerfleischt und zerstört sich selbst. Auch die Rückkehr von Batman scheint dies zunächst nicht aufhalten zu können, da Bane Batman an seine physischen und psychischen Grenzen führt.

Ein paar Worte zum Bösewicht Bane. Im Internet kann man aktuell zahlreiche Diskussionen beobachten, wo die Frage gestellt wird, ob Bane als Schurke auf einer Ebene mit der Performance von Heath Ledger als Joker steht. Die kurze Antwort ist: Nein!
Heath Ledger spielte den Joker in ‘The Dark Knight’ mit einer diabolischen Brillianz, welche die Messlatte von Bösewichtern für alle Zeiten in nahezu unerreichbare Höhen geschraubt hat. Heath Ledger als der Joker ist und bleibt der beste Filmschurke der Filmgeschichte. Daran kann auch das hervorragend physische Spiel von Tom Hardy als Bane nichts ändern. Das muß es aber auch nicht, denn Bane ist nicht Joker und ‘The Dark Knight Rises’ ist nicht ‘The Dark Knight’. The Dark Knight Rises führt die Reise von Bruce Wayne fort und hier ist Bane ein perfekter Gegner.

Christian Bale läuft in diesem Teil als Bruce Wayne wieder einmal zur Höchstform auf. Ich frage mich ernsthaft wie dieser in einem kommenden Batman-Film ersetzt werden soll.

Auch die anderen Darsteller sind wie gewohnt eine tragende Säule der Batman-Reihe. Allem voran Michael Caine als Butler Alfred, der mit seinem zunehmendem Alter immer besser wird. Als kleinen Kritikpunkt bleibt vielleicht zu bemerken, dass aufgrund der zahlreichen Protagonisten einige Charaktere etwas auf der Strecke bleiben. Ich hätte zum Beispiel gerne mehr über Miranda (gespielt von Marion Cotillard) erfahren. Da der Film aber sowieso schon knapp 3 Stunden dauert, ist das zugegebenerweise vielleicht etwas zu viel verlangt.

Alles in Allem ist ‘The Dark Knight Rises’ ein würdiger Abschluss der Batman-Reihe. Ich bin dankbar, dass ich Bruce Wayne bei seinem Kampf gegen seine inneren Damönen, welche ihn oftmals in die Dunkelheit geführt haben, begleiten durfte. Bruce Wayne war glücklicherweise nie der strahlende Superheld, sondern ein von Rachegelüsten Getriebener, der sich am Ende “erhebt” und den Weg zurück ans Licht findet.
Die Batman Reihe ist eine Parabel für unsere moderne Gesellschaft, welche im Film buchstäblich den Bach runtergeht und von der Kanalisation weggespült wird. Am Ende braucht es ein Symbol wie Batman der eine Erneuerung möglich macht und den Menschen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zurückgibt.

Als der Abspann von ‘The Dark Knight Rises’ über die Kinoleinwand flimmerte, fiel mir nur ein Wort zu diesem Film und dieser Saga ein: Episch!
Und ja, Christopher Nolan ist der Retter des amerikanischen Blockbuster-Kinos.