Filmkritik zu TED

Wieviel kann man von einem Film erwarten, in dem ein animierter Teddybär die Hauptrolle spielt? Einiges wie der kürzlich im Kino gestartete Film TED zeigt. TED ist das Spielfilmdebüt von Seth MacFarlane als Drehbuchautor und Regisseur. Einigen dürfte der Name bekannt vorkommen… richtig, Seth MacFarlane ist der Schöpfer der Anarcho-Animationsserie FAMILY GUY. Die zum Teil respektlosen Scherze haben dieser Serie mittlerweile eine große Fanbasis beschert. Der Kinofilm TED knüpft nun an die Tradition dieser Serie an, nur diesmal als Realfilm mit einem sprechenden Teddybären.

Trotz Realfilm ist Ted aus gegebenem Anlass relativ CGI-lastig und doch haben es die Macher irgendwie geschafft, den Teddybären Ted echt wirken zu lassen (da sollten sich die Macher der Garfield Kinofilme mal ein Beispiel nehmen!). TED war ursprünglich als Animations-Serie angedacht. Seth MacFarlane beschloss dann aber, dass sich die Geschichte viel besser in einem Spielfilm erzählen ließ, besonders aufgrund der enormen Fortschritte, die in den letzten Jahren im Bereich der Computeranimation gemacht worden sind.

John (gespielt von Mark Wahlberg) hat in seiner Kindheit keine Freunde und als er zu Weihnachten von seinen Eltern einen Teddybären geschenkt bekommt, wünscht er sich nichts sehnlicher, als dass dieser lebendig und sein bester Freund wird. Wie es der Zufall so will, erfüllt sich sein Wunsch und John und sein Bär Ted schwören sich ewige Freundschaft. Viele Jahre gehen ins Land, John durchläuft die Pubertät, wird volljährig, bekommt einen Job bei einer Autovermietung und lebt auch noch mit Anfang 30 mit seinem Bären Ted zusammen. Ted stellt sich zwar nach wie vor als guter Freund heraus, aber auch als Stolperstein für John auf dem Weg ins Erwachsenendasein. Das ist auch der Grund warum Lori (gespielt von Mila Kunis), seine Freundin, ihm ein Ultimatum stellt: Entweder sie – oder der Bär.

Eins vorneweg… wer die Serie FAMILY GUY nicht mag, wird auch diesem Film vermutlich nicht viel abgewinnen können. TED ist eine Buddy-Komödie in Reinform, in der die Handlung nur eine untergeordnete Rolle spielt. Der Film ist im Wesentlichen eine Aneinanderreihung von oftmals grandiosen und zum Teil herrlich geschmacklosen Witzen.

Über weite Strecken des Films habe ich mich also auch köstlich amüsiert. Der unnötige und langweilige Nebenstrang mit Giovanni Ribisi und der Entführung von Ted, trübt den Spaß auch nur geringfügig. TED ist eine wunderbare Bad-Taste Komödie mit zum Teil unglaublich witzigen Szenen und einer Menge von Anspielungen auf die Popkultur der 80er Jahre. Für alle, die wie ich ihre Kindheit und Jugendjahre in den 80er und 90er Jahren verbracht haben, können sich an zahlreichen Referenzen und Gastauftritten von Schauspielern aus dieser Zeit erfreuen. Erinnert sich noch jemand an die grottenschlechten FLASH GORDON Filme aus den 80er Jahren? Falls ja, dann werdet ihr mit dem überdrehten und herrlich selbstironischen Gastauftritt von Sam J. Jones aka Flash Gordon eure helle Freude haben. Auch Norah Jones legt einen furiosen Gastauftritt mit derartiger Selbstironie hin, welchen ich der sonst eher ernst wirkenden Sängerin nicht zugetraut hätte.

Mark Wahlberg passt perfekt in das Seth MacFarlane Universum. Er spielt die Rolle mit einer Ernsthaftigkeit, welche den Film noch witziger macht als dieser eh schon ist. Dies fällt besonders bei der kuriosen Kampfszene mit Ted im Hotelzimmer auf, welche von außen betrachtet mehr als lächerlich ist. Dem Film kommt zugute, dass Mark Wahlberg sein Image nicht sonderlich ernst nimmt und an keiner Stelle Angst hat sich lächerlich zu machen.

Mila Kunis’s Part ist ebenfalls eine Bereicherung für diesen Film. Sie spielt Lori, die Freundin von John. Mila Kunis ist seit vielen Jahren die Sprechstimme von Meg in der Serie FAMILY GUY und ist praktisch mit Seth MacFarlane aufgewachsen und teilt damit seine Art von Humor.

Alles in allem ist der Film TED nicht perfekt, dazu ist das Drehbuch an manchen Stellen zu unausgegoren, aber die meiste Zeit wurde ich hervorragend unterhalten. Wer also Family Guy liebt oder zumindest nicht hasst, sollte sich TED unbedingt im Kino anschauen. Alleine der “Fuck you Thunder”-Song am Anfang des Films ist den Kinoeintritt wert.