Filmkritik zu SUPER

Super movie poster © SUPER official movie poster

James Gunn ist Hollywoods Mann der Stunde. Als Regisseur und Drehbuchautor hat er diesen Sommer mit “Guardians of the Galaxy” völlig zurecht alle Kassenrekorde gebrochen. Wer wissen will, warum es von Marvel verdammt mutig war, diesen Mann auf den Regiestuhl zu setzen und mit einem Budget von mehr als 150 Mio Dollar auszustatten, muß sich seinen Indie-Hit SUPER aus dem Jahr 2010 ansehen.

Frank, gespielt von Rainn Wilson, ist ein Loser erster Güte. Er sieht etwas dümmlich aus, wurde schon als Kind ständig gehänselt und arbeitet mehr oder weniger erfolglos in einem heruntergekommenen Burgerrestaurant. Frank scheint endlich einmal Glück im Leben zu haben als sich die hübsche Bedienung Sarah (Liv Tyler) in ihn verliebt und ihn schließlich auch heiratet. Das Glück währt jedoch nicht allzu lange, als Sarah ihn eines Tages für den schmierigen Drogendealer Jacques (Kevin Bacon) verlässt. Frank ist am Boden zerstört und suhlt sich in Selbstmitleid bis er sich in einer göttlichen Halluzination dazu erkoren sieht als Superheld das Verbrechen der Stadt auszumerzen. Kurze Zeit später findet er mit der durchgeknallten Libby (Ellen Page) eine Gleichgesinnte, die mit ihm zusammen den Kampf gegen Jacques aufnimmt, um Frank’s Frau Sarah aus den Fängen dieses Verbrechers zu retten.

SUPER ist Anarchie pur und ist weit von der Norm gewöhnlicher Hollywood Filme entfernt. Die nerdigen Ideen und der tiefschwarze Humor machen den Film zu einem großen Vergnügen für den Zuschauer. Franks anfangs unbeholfene Art sich als Superheld zu präsentieren ist schon ziemlich witzig. Das Lachen bleibt dem Zuschauer aber spätestens dann im Halse stecken, als Frank einem Kleinkriminellen mit einem Schraubenschlüssel brutal zusammenschlägt. Kein Wunder also, dass einige Zuschauer von den teilweise extremen, wenn auch maßlos übertriebenen, Gewaltdarstellungen schockiert waren.

Rainn Wilson macht in der Hauptrolle eine sehr gute Figur. Es ist schon herzerfrischend anzusehen, wie er sich mit todernster Miene konsequent zum Affen macht. Besonders hervorzuheben ist jedoch Ellen Page. Diese spielt Libby mit einer unglaublichen Furchtlosigkeit und dermaßen politisch unkorrekt und überdreht, dass es jedem Filmfan Freundentränen in die Augen treibt.

SUPER ist kein perfekter Film. Im Gegensatz zu der Hochglanz-Produktion “Guardians of the Galaxy” ist dieser Film an einigen Stellen noch zu unausgegoren. Oft wirkt es, als ob der Film der Superhelden Fantasie eines kleinen Jungen entsprungen ist. Genau dies macht aber dann auch den Charme von SUPER aus. Hinzu kommt eine grenzenlose Kreativität, ein ausgeprägtes Gefühl für Timing und ein wahres Feuerwerk von subversiven Ideen und Einfällen. Am Ende gelingt es James Gunn sogar noch den Zuschauer emotional zu packen. Was will man mehr?


Bewertung: 4 von 5 Sternen4


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