Filmkritik zu LOVE VEGAS

Sonntag abend und die Wahl zwischen Tatort, Love Vegas, Ghost Rider und Promi Dinner.
Mit Freunden treffen wäre natürlich auch eine Möglichkeit aber ich kann mich mal wieder nicht richtig aufraffen.
Von Ghost Rider habe ich sowieso noch nichts Gutes gehört. Der Film fällt also schon einmal flach. Promi Dinner ist eigentlich immer recht kurzweilig,
aber heute habe ich eigentlich Lust auf einen (nicht zu anspruchsvollen:) Film. Also mal schauen was die Fernsehzeitung so empfiehlt…
“Love Vegas ist eine Komödie bezeichnet bei der fast jeder Gag zündet”. Klingt ja nicht schlecht. Na dann ist die Entscheidung gefallen.
Los geht’s…

Der Plot fällt, wie bei Romantik-Komödien gewohnt, eher dünn aus:
Ein Loser (Ashton Kutcher) der gerade von seinem Vater gefeuert wurde und ein Mädel (Cameron Diaz),
welches von ihrem Verlobten gerade verlassen wurde, fahren nach Vegas um sich dort die Kante zu geben.
Ein Tag später sind die beiden verheiratet und Gewinner eines 3 Mio. $ Jackpots. Blöd nur das sie jetzt merken, dass sie sich gegenseitig eigentlich überhaupt nicht ausstehen können. Und noch blöder ist, dass der Richter der sie eigentlich scheiden sollte, zu 6 Monaten Zwangsehe verdammt.
Und falls die beiden sich nicht 6 Monate zusammenreißen können, ist das schöne Geld futsch (hmm ob das selbst in den USA rechtlich möglich ist…ich weiß ja nicht). Los geht’s mit “lustigen” Streitereien und Streichen zwischen den beiden bis zum unvermeidlichen Happy-End.

Was jetzt kommt und wohl eigentlich witzig sein soll, ist einfach nur flach und öde. Die Witze haben wir alle irgendwann und irgendwo schon einmal in anderen Filmen
gesehen und diese waren schon damals nicht wirklich witzig. Ich werde das Gefühl nicht los, einer nicht besonders geistreichen TV-Soap beizuwohnen.
Die Darsteller können den Film leider auch nicht retten, da diese zusammen überhaupt nicht funktionieren und an keiner Stelle so etwas wie Charme oder Charisma rüberkommt.
Ich kann keine der beiden Hauptfiguren im Film besonders gut leiden und das ist schon einmal kein gutes Zeichen für einen Film (besonders für eine Komödie).
Trotzdem muss ich Cameron Diaz und Ashton Kutcher zu Gute halten, dass sie es in diesem Film auch nicht leicht haben, da die Dialoge zum Teil abenteuerlich schlecht und
hölzern geschrieben wurden. Im Gegensatz zu einem ähnlichen angelegten Film wie Trennung mit Hindernissen” fühlt sich hier nichts, aber auch gar nichts, echt und realistisch an. Die Darsteller stolpern von einem langweiligen Kalauer oder einer maßlos übertrieben Racheaktion in die nächste. Zum Beispiel gibt es da einen ganze Szene in der sich die beiden über eine “runter – oder nicht runtergeklappten Toilettensitz” streiten. Wenn das nicht einen revolutionärer Einfall der Drehbuchautoren ist. Gratuliere!!!

Im Vergleich zu Hangover, der Erfolgs Vegas-Komödie des letzten Jahres, welchen man vielleicht anstellen könnte, punktet Love Vegas eigentlich an keiner Stelle. Ja, Hangover kommt auch mit zum Teil übertrieben Witzen daher. Diese waren aber wenigstens lustig und das Drehbuch gut geschrieben. Wo Hangover wirklich überraschend und zum Teil herrlich anarchisch war, ist Love Vegas vorhersehbar und harmlos. Der wunderbare Zach Galifianakis spielt zwar auch in Love Vegas mit, bleibt dort aber eher blass.

Fazit: Nach ca. 50 Minuten habe ich auf Promi-Dinner umgeschaltet und den “Promis” beim Kochen zu geschaut. Tja das sagt wohl einiges über die Qualitäten von Love Vegas.