Filmkritik zu AUF DER SUCHE NACH EINEM FREUND FÜRS ENDE DER WELT

Endzeitfilme sind aktuell ziemlich präsent, sei es im Kino (The Road, Book of Eli, The Crazies uvm.) oder auch im Fernsehen (The Walking Dead). Eines haben diese Filme gemeinsam: Sie sind düster, pessimistisch und oftmals ziemlich zynisch. In diesen Filmen geht die Welt zugrunde und die Menschen zerfleischen sich gegenseitig.

AUF DER SUCHE NACH EINEM FREUND FÜRS ENDE DER WELT ist theoretisch einer weiterer Vertreter dieses Genres. Die Menschheit hat noch drei Wochen zu leben, bevor ein riesiger Asteroid die Erde vernichtet und es gibt nichts, rein gar nichts, was die Menscheit dagegen tun könnte. Soweit die typische Hintergrundgeschichte eines Weltuntergangfilms. Regiedebütantin Lorene Scafaria wählt jedoch eine andere Herangehensweise als viele dieser Filme vor ihr. Sie erzählt die letzten Tage der Menschheit aus der Perspektive ihrer zwei Hauptprotagonisten Dodge (Steve Carell) und Penny (Keira Knightley). Hierbei stellt sie die Frage: Was werden wir tun, welche Dinge sind uns wirklich wichtig, wenn der Weltuntergang unmittelbar bevorsteht?

Dodge (Steve Carell) klammert sich zunächst an seinen üblichen Alltag. Als er einen mit Verspätung fehlgeleiteten Brief von seiner alten Highschool-Flamme Olivia, der Liebe seines Lebens, erhält, steht für ihn fest, dass er sich sofort auf den Weg zu ihr machen muss. Den Brief hatte ihm seine Nachbarin Penny (Keira Knightley), die ihr Leben in vollen Zügen genießt und nichts allzu ernst nimmt, überreicht, aber jetzt beschließt, die letzten Tage vor dem Weltuntergang im Kreise ihrer Familie zu verbringen.

Die beiden ungleichen Reisegefährten machen sich auf den Weg. Es beginnt ein Roadtrip voller bizarrer, tragischer und komischer Begegnungen, bei dem die beiden feststellen, dass sie viel gemein haben, und dass es manchmal nicht mehr braucht als einen guten Freund… insbesondere, wenn die Welt untergeht.

Bevor ich den Film im Kino gesehen habe, habe ich bereits im Internet den Trailer gesehen und einiges über die Story des Films gelesen. Trotz der eher durchwachsenen Filmkritiken, bin ich mit dem Gefühl ins Kino gegangen, den Film unbedingt mögen zu wollen. Das erste Drittel des Films hat mir dies jedoch nicht besonders leicht gemacht. Der Film beginnt als leicht durchgedrehte Komödie und wechselt dann in der zweiten Hälfte zu einer Art humorvollen Liebesgeschichte. Genau dies ist auch das Hauptproblem des Films. Ist er eine Komödie, ein Drama oder gar ein Liebesfilm? Dazu kommt, dass der reine Komödienteil am Anfang für mich überhaupt nicht funktioniert. Die Charaktere bleiben flach, oft auch klischeehaft und eine wirkliche Verbindung zum Zuschauer will einfach nicht entstehen.

Die zweite Hälfte des Films schafft es jedoch, meine Meinung über den Film grundsätzlich zu ändern. Was hier kommt, ist dermaßen warmherzig und versöhnlich erzählt wie lange kein Film mehr in letzter Zeit. Einige abgebrühte Zuschauer werden hier vermutlich gleich Kitschig! rufen. Das mag sein, aber mich hat die melancholische Liebesgeschichte von Penny und Dodge bewegt. Ich glaube, es ist relativ einfach solchen Filmen mit Zynismus zu begegnen, aber alle Zuschauer die sich auf den leisen Film und seine Hauptfiguren einlassen, werden mit einer wunderbaren Liebesgeschichte (zumindestens im zweiten Teil) und einem romantischen, aber dennoch konsequenten Filmende belohnt.

Die Antwort des Films auf die anfängliche Frage “Was ist uns wirklich wichtig im Leben?” mag banal sein, aber seien wir doch mal ehrlich: Sie ist wahr und es ist schön wieder daran erinnert zu werden.